WOCHE DER BAUKULTUR

Fachöffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung zu Mehrwerten integrierter Stadt- und Gemeindeentwicklung


22. Juni 2026, ZfBK Dresden


Wie gelingt gute Planung unter zunehmend komplexen Rahmenbedingungen? Welche Rolle spielt integrierte Stadt- und Gemeindeentwicklung bei der Bewältigung zentraler Zukunftsaufgaben? Und welche Rahmenbedingungen braucht es, damit Kommunen auch künftig strategisch und wirkungsvoll handeln können?


 

Mit diesen Fragestellungen lud die Fachstelle für integrierte Gemeindeentwicklung Sachsen (FS INGE) am 22. Juni 2026 zur Veranstaltung „Was ist gute Planung und Baukultur?“ in das Zentrum für Baukultur Sachsen (ZfBK) nach Dresden ein. Die Veranstaltung fand im Rahmen der ersten Woche der Baukultur Sachsen statt und brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, Kommunen, Fachverbänden sowie weiteren Institutionen und Beratungsnetzwerken zusammen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie integrierte Stadt- und Gemeindeentwicklung dazu beitragen kann, die vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen – beispielsweise in den Bereichen Klimaanpassung, Wärmeversorgung, Mobilität, Freiraumentwicklung oder demografischer Wandel – mit knappen personellen und finanziellen Ressourcen erfolgreich zu bewältigen. Grundlage der Diskussion bildete das Zielpapier der FS INGE zur Zukunft der integrierten Stadt- und Gemeindeentwicklung in Sachsen sowie drei Praxisberichte aus sächsischen Kommunen.

Zu Beginn der Veranstaltung machte Annette Rothenberger-Temme, Abteilungsleiterin (Abt. 5) im Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL), die wachsenden Anforderungen an die kommunale Planung deutlich und verwies auf die Fachstelle INGE als Unterstützungsangebot des Freistaates für Städte und Gemeinden. 


Anschließend stellte Dr. Tanja Korzer, Leiterin der FS INGE, die aktuellen Arbeitsschwerpunkte der Fachstelle sowie fünf Ansätze zur Weiterentwicklung der integrierten Stadt- und Gemeindeentwicklung in Sachsen vor.

Praxisnahe Einblicke gaben anschließend:

Rico Ulbricht

Sachgebietsleiter der Stadt Mittweida

 Johannes Nitzsche 

Bürgermeister der Gemeinde Oßling

Marion Kempe

Dezentrale Sachsen (Praxisbeispiel Regis-Breitingen) 

Zentrale Erkenntnisse aus der Diskussion

Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion stand insbesondere die zukünftige Rolle integrierter Stadtentwicklungskonzepte (INSEKs) bzw. integrierter Gemeindeentwicklungskonzepte (INGEKOs). Deutlich wurde, dass diese auch künftig als zentrales strategisches Instrument der kommunalen Entwicklung angesehen werden und sowohl in den Kommunen als auch in der Kommunalpolitik eine hohe Akzeptanz genießen.


Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen, vor denen die sächsischen Kommunen und das Land Sachsen stehen, wurde diskutiert, wie im Zuge der zukünftigen Erarbeitung bzw. Fortschreibung von INSEKs/INGEKOs auf die Anpassungsbedarfe und Möglichkeiten zur Erzeugung von Synergien reagiert werden kann, wie z. B.:

• Möglichkeiten und Grenzen der Integration von Fachplanungen in INSEKs/INGEKOs

• Einsparpotenziale bei der INSEK/INGEKO und Seko-Erarbeitung sowie inhaltliche Abgrenzung der Konzepte

• Bereitstellung und Vereinheitlichung vorhandener Daten

Fazit

Die Veranstaltung hat deutlich gemacht, dass integrierte Stadt- und Gemeindeentwicklung auch künftig eine zentrale Grundlage für eine qualitätsvolle Baukultur und eine nachhaltige Kommunalentwicklung bildet. Gerade angesichts wachsender Anforderungen und begrenzter Ressourcen bleibt das INSEK ein wichtiges strategisches Instrument, um unterschiedliche Fachthemen zusammenzuführen, Prioritäten zu setzen und kommunale Entwicklungsprozesse langfristig auszurichten.

Die lebhafte Diskussion und die vielfältigen Beiträge aus Verwaltung, Praxis und Wissenschaft haben gezeigt, wie groß das Interesse an einer Weiterentwicklung integrierter Planungsprozesse ist.

Danke

Wir bedanken uns herzlich beim Zentrum für Baukultur Sachsen (ZfBK) für die Unterstützung der Veranstaltung sowie bei allen Referierenden und Teilnehmenden für die engagierte Diskussion und den konstruktiven Austausch.